Farnbacher-Racing beim legendären 24h-Rennen in Daytona 2006 
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wagte das Team Farnbacher Racing aus Lichtenau erneut den Sprung über den großen Teich und nahm mit einer starken Fahrerpaarung am berühmten 24-Stunden-Rennen in Daytona teil. Trotz einer großartigen Teamleistung konnte man den Vorjahressieg in der GT-Klasse nicht wiederholen und musste sich nach einigem Pech diesmal mit dem dritten Platz zufrieden geben. 

Nachdem Farnbachers Stammpilot Dirk Werner aus Kissenbrück schon beim Vortest Anfang Januar im neu aufgebauten Porsche 997 GT3 mit schnellen Rundenzeiten geglänzt hatte, konnte sich der 24-Jährige im Qualifying auf der anspruchsvollen 5,728 km langen Strecke, zu der auch die überhöhten Steilkurven gehören, den dritten Startplatz sichern. Das Quartett, zu dem auch noch der Italiener Luca Riccitelli und die beiden Österreicher Dieter Quester und Philipp Peter gehörten, wurde von den Rennkommissaren aber in die vorletzte Startreihe verbannt, weil Teammanager Peter Goebel den Piloten für das Qualifying (Dirk Werner) sieben Minuten zu spät benannt hatte. 

Vom insgesamt 63. Startplatz aus kämpften sich die „Fantastischen Vier“ aber kontinuierlich nach vorne. Als Werner nach zwei Stunden an Peter übergab, zeigte der Zeitenmonitor Platz fünf für das Farnbacher-Team an. Zwei Stunden später wurde bereits der dritte Rang notiert. Nach einem Drittel der Distanz führte die von Red Bull unterstützte Mannschaft erstmals die GT-Klasse an. In der 13. Stunde lag der Farnbacher-Porsche bereits mit zwei Runden Vorsprung an der Spitze und in den Top 10, als sich der zweite Gang im Getriebe verabschiedete. Teamchef Horst Farnbacher glaubte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass das Getriebe die restlichen 11 Stunden schadlos überstehen würde. Deshalb wurde die Devise ausgegeben, den Porsche nun möglichst schonend über die Runden zu bringen. Dadurch konnten natürlich auch nicht mehr die notwendigen schnellen Rundenzeiten gefahren werden, um die Führung zu behaupten. Dennoch lag man immer in Schlagdistanz zur Spitze, denn der Red Bull-Porsche lief ansonsten wie ein Uhrwerk. Außer einem Reifenschaden gab es keine weiteren Zwischenfälle und was niemand für möglich gehalten hätte: Das Getriebe überstand tatsächlich die Tortour zweimal rund um die Uhr. So konnte sich das Team letztendlich doch noch über Platz drei (unter insgesamt 36 Konkurrenten) in der GT-Klasse und Rang 12 im Gesamtklassement freuen. 

„Für mich ist das Ergebnis nach der zwischenzeitlichen Führung nicht befriedigend, aber wir haben letztendlich wenigstens noch Schadensbegrenzung betrieben“, meinte Peter, der innerhalb von 17 Tagen drei Langstreckenrennen in drei verschiedenen Teams und mit drei unterschiedlichen Autos erfolgreich beendete. Der gebürtige Wiener durfte sich bei seinem dritten Daytona-Start auch zum dritten Mal in der berühmten „Victory Lane“ feiern lassen. 

„Oldie“ Dieter Quester, der im zarten Alter von 66 Jahren eine beachtliche Fitness zeigte und dabei konstant und schnell unterwegs war, zeigte sich beeindruckt von der Veranstaltung: „Das war bereits mein 15. Start in Daytona. Die Qualität und Quantität des Starterfeldes waren sehr gut. Für uns lief es fast perfekt, aber leider hat uns das Getriebeproblem den Sieg gekostet. Der hätte mir noch in meiner Sammlung gefehlt. So viele Chancen, ein 24-Stunden-Rennen in Daytona zu gewinnen, werde ich wohl nicht mehr bekommen.“ 

Dirk Werner, der die zweitschnellste Rennrunde in der GT-Kategorie fuhr, konnte sich ebenfalls freuen: „Natürlich ist es schade, dass wir die Führung nicht verteidigen konnten. Andererseits bin ich froh, bei meinem ersten Daytona-Start gleich einen Podestplatz erreicht zu haben. Wir waren siegfähig, uns fehlte letztendlich nur das nötige Rennglück.“ 

„Das Handicap mit dem fehlenden zweiten Gang war zu groß. Der wird pro Runde viermal benutzt. Deshalb war mir nach 13 Stunden auch klar, dass wir den Sieg aus dem Vorjahr aus eigener Kraft nicht wiederholen können. Schön, dass es am Ende doch noch zu einem Podestplatz gereicht hat“, freute sich Teamchef Horst Farnbacher. 

Indy-500-Gewinner Dan Wheldon, IRL-Champion Scott Dixon und NASCAR-Star Casey Mears gewannen in einem Lexus Riley die 44. Auflage des Langstreckenklassikers. Das Trio und die Toyota-Nobelmarke feierten vor 50.000 Zuschauern ihre ersten Triumphe beim Marathon an der Östküste Floridas. 

Mit den Plätzen drei und vier musste sich Rekordgewinner Porsche (20 Gesamtsiege) begnügen. Die beiden Werksteams mit den Trainingsschnellsten Lucas Luhr/Mike Rockenfeller/Patrick Long und David Donohue/Darren Law/Sascha Maassen hatten jeweils geführt, konnten aber trotz Technik-Problemen und zwei Kollisionen durch beeindruckende Aufholjagden noch Platzierungen in der Spitze sichern. 

Ergebnis GT-Klasse
1. Pobst/ Levitas/ Baas/ Pumpelly
(TPC Racing) Porsche GT3 Cup, 691 Runden

2. Lally/ Bunting/ Valentine/ O'Connell
(TRG / Pontiac) GTO.R, 688 Runden

3. Werner/ Peter/ Quester/ Riccitelly
(Farnbacher Racing/ Farnbacher Loles) Porsche GT3 Cup, 683 Runden


4. Ortelli/ Johnson/ Nearn/ Sauva
(TRG) Porsche GT3 Cup, 678 Runden

5. Farnbacher/ Fitzgerald/ Ehret/ Basseng
(Farnbacher Loles/ Orbit Racing/ Flamingo Resort Hotel) Porsche GT3 Cup, 671 Runden


6. Henzler/ Liddell/ van Overbeek
(Tafel Racing) Porsche GT3 Cup, 670 Runden

7. Mowlem/ Arnold/ Sellers/ Shep/ Seyffarth
(SAMAX) Porsche GT3 Cup, 663 Runden

8. Zitza/ Thomason/ Lewis Jr/ Wheeler

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